Merkblätter zur Restaurierung der überschweren Kräder BMW R75 und Zündapp KS 750.

 

Herausgeber:  ERSATZTEIL- DIENST   Hans-Peter HOMMES       D-41748   VIERSEN   Tiefenstraße 10       Tel. 02162 - 8100933

Monatlich über unsere Webseite erhältlich.            www.wehrmachtsgespann.de
 

  Nr.

89

Thema
Ventilsitzringe

Verfasser

H - P Hommes

Datum

© 2012 h-p hommes

 

Die Ventilsitzringe.

 

Oft wird sich über die alten Ventilsitzringe bei der Restauration des Motors keine Gedanken gemacht.

Leider ist es uns bereits mehrfach auf Reisen geschehen, dass ein alter originaler Ventilsitzring sich aus dem Zylinderkopf gelöst hat.


Das besondere ist, es geschieht nicht bei der Fahrt wenn der Ventilsitzring herausfällt.

 

Zumeist war es nach einer Ruhepause wenn wir wieder unsere Motoren anwarfen wollte ein Motor nicht startete.

Dann stellten wir das fehlen von Kompression auf einem Zylinder fest und da war dann bereits klar, dass ein Ring aus dem Zylinder sich gelöst hatte und das Ventil offen hielt.
 

Wer auf den Gedanken kommt, Zylinderkopf abbauen und den Ring wieder in seine ursprüngliche Stellung zurück zu befördern, dem muss ich sagen, dass dies nicht möglich ist.
Der Ring ist fast um 1/10 mm größer als die Bohrung wo er wieder hinein müsste.
Meist hilft dann zuerst nur ein Abschleppseil und dann ein anderer Zylinderkopf.

 

 

 

Man kann Glück haben das keine weiteren Schäden auftreten.

Sollte man aber unbedingt noch mal den Motor hören wollen und schleppt das motorrad an, dann kann es größeren Schaden geben.

Solltest du also einmal feststellen das Zündung und Kraftstoffzufuhr stimmen und die Zündkerzen auch aussehen wie sie sollten.
Dann mit dem Daumen die Kompression prüfen.
Fehlt diese auf einem Zylinder, dann könnte es auch an einem heraus gefallenen Ventilsitzring liegen.

Wenn wir Motoren oder Zylinderköpfe überholen, dann setzen wir grundsätzlich neue Ventilsitzringe ein.

 Der Ring des Einlassventils ist heraus gefallen

 

Ventilsitzring Erfahrungsbericht

Wir entschlossen uns, mit unseren sechs Wehrmachtsgespannen erst am Abend die Rückreise nach Oslo anzutreten. Irgendwo kurz vor Oslo wollten wir in unseren Zelten übernachten, um dann um 13 Uhr die Fähre nach Kiel zu nehmen. Anfang Juni sind die Tage in Norwegen lang und es war mit nur 5 bis 6 Stunden wirklicher Nacht zu rechnen.

Unsere Fahrt führte uns durch einige lange Tunnel, wovon sich ei­ner wie ein Korkenzieher im Berg hochschraubt ins öde Hochland des Hardangavidda.

 Die Motorräder liefen, wie es sein sollte, und da es zurück in Richtung Heimat ging, gaben wir alle ordentlich Gas. Die Strecke bis nach Oslo ist ungefähr 350 km lang.

Bis auf einen kurzen Tankstop legten wir die Fahrt ohne Unterbrechungen zurück.

Nach sechs Stunden, so gegen zwei Uhr nachts, fand ich dann kurz vor Oslo einen Waldweg, sehr geeignet, um unser Lager aufzuschlagen. Ich stellte meinen Motor aus und baute wie die anderen erst mal mein Zelt auf.

Dann wollte ich mein Motorrad an eine andere Stelle fahren, wo es weniger im Weg stand. Der Motor lief an und ein hässliches Klappern erklang beim Gasgeben.

Irgendwoher kannte ich das Geräusch. Es hörte sich sehr nach heraus gefallenem Ventilsitzring an.

Ich wusste direkt, das wird hier keine ruhige Nacht für mich.

Im selben Augenblick fing es auch noch an zu regnen und alle flüchteten sich in die Zelte. Im Moment konnte ich nichts unternehmen, also war erst mal Schlafen angesagt. Wir wollten um 10 Uhr los und Hans Gerd sollte seinen Wecker stellen. Das tat er auch, aber der Wecker rappelte bereits um sieben in der Früh los. Auch als wir ihm klar gemacht hatten, dass es viel zu früh sei, konnte dies den Frühaufsteher nicht daran hindern, aufzustehen und sich mit allem möglichen zu beschäftigen. Ich verschwendete noch einige Gedanken an meine KS und schlummerte langsam wieder ein.

Da hörte ich das vertraute Startertreten. Dann das Starten eines Motors. Es wurde einige Male Gas gegeben und dann rief Hans Gerd: ’Peter, der Sitzring hat sich wieder reingesetzt, der Motor läuft wieder prima!’

Ich fand das toll, obwohl ich noch nie erlebt hatte, dass man einen heraus gefallenen Sitzring wieder hinein bekam. Es wäre zu schön um wahr zu sein, aber ich glaubte es gerne.

Alle Anderen waren nun auch wach und ich hörte die Reißverschlüsse der Zelte, das Motorgeräusch, das mich erfreute, und dann die Stimme von Udo, der seinen Kopf aus dem Zelt gesteckt hatte und rief: ’Hans Gerd! Das ist mein Motorrad. Stell es ab. Das von Peter steht rechts daneben.’ Hans Gerd meinte Achsel zuckend, die Dinger sehen alle so gleich aus.

Deprimiert verkroch ich mich wieder in meinen Schlafsack und schlief noch ein Stündchen. Dann baute ich mein Zelt ab, holte mein Abschleppseil heraus und hing meine KS hinter Udos Gespann.

Er schleppte mich die 20 km bis zur Fähre. Ein Gespann mit einer Zündapp KS 750 zu schleppen, ist auch über längere Strecken kein Problem.

 

Wenn sich ein Sitzring löst, kann man ihn mit Bordmitteln nicht wieder an seinen Platz bekommen.

Jeder Motor, den ich heute Instand setze, erhält neue Sitzringe.

Ganz gleich, wie gut die Vorhandenen aussehen.

Bei meinen Reisen ist es noch einige Male passiert, dass das Herausfallen eines Ringes sowohl BMW- wie auch Zündapp-Mitfahrern die Weiterfahrt vermieste. 

 

Mir ist dies jedoch mit meinen neuen Sitzringen nie mehr passiert.

 

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